Vorneweg: Ein tabellarischer Lebenslauf ist nicht so mein Ding! Mir klingt das zu sehr nach dem in Mode gekommenen Curriculum Vitae, mit dem sich ein hoffnungsfroher BWL-Student als Vermögensberater bei der Sparkassenfiliale in Morgenröthe-Rautenkranz bewirbt.  Und doch – kenne ich die Fragen, auf die ich immer wieder treffe:

„Böttcher? Hä? Das war doch der RADIO-FUZZI, oder? Und was macht der Böttcher eigentlich heute? Wo kann man ihn treffen?“

Darauf antworte ich: „Böttcher heute – das ist relativ einfach!“

  • Erstens: Ich bin der Böttcher und bleibe einfach der Böttcher.

Sternzeichen: Sächsischer Urtyp, Aszendent Kumpel, unfassbar anfassbar. Für jeden Ulk zu haben, schelmisch-schalkhaftes Schlitzohr, Herz und Scherz in Symbiose. Wer mich auf der Straße trifft, kann mich ansprechen. Wenn ich mal wirklich keine Zeit habe, habe ich wirklich keine Zeit, und dann sage ich das auch. Freunde verlassen sich auf mich. Fremde verlassen mich mit dem Gefühl: Oh, kann man sich auf den verlassen?

Böttcher schafft das!
  • Zweitens: Als der Böttcher war, bin und bleibe ich einfach sichtbar.

Zu sehen bin ich neuerdings im Fernsehen. Eine eigene Sendereihe „Böttcher schafft das!“ beim MDR, zur besten Sendezeit. Ich rede mit Leuten, die ich unterwegs treffe. Unterwegs bin ich zu Fuß und halte da an, wo ich Interessantes wittere. Die Leute erzählen mir ihre Geschichten, das Publikum kann dabei sein und lachen, weinen, dazulernen und mitzittern.

  • Drittens: Ich liebe die Bühne.

Mit einem eigenen Bühnenprogramm bin ich seit 2017 auf der Bühne. Böttcher spielt Böttcher. Das Stück war sachsenweit zu sehen. Titel: „Lieber radioaktiv als im Radio aktiv“. war der Auftakt einer „vielversprechenden“ Comedy-Karriere 😉

Nach 25 Jahren Morningshow im Radio (dazu später mehr) und eigenem Erleben ermöglichte ich Blicke hinter die Kulissen von Radio und Medienwelt. Für das Publikum gab es zwei Stunden lang Aha-Erlebnisse, Lachtränen und mitgesungene Erinnerungen an eigene Jugendjahre.

Auftreten durfte ich mit dieses Programm unter anderem in Kamenz am Stadttheater, in Dresden im Boulevardtheater und in der Chemnitzer Stadthalle.

Inzwischen ist mein zweites Soloprogramm auf der Bühne „Blasenfrei Zapfen“ 

Denn wo trifft man noch den Bockwurst-Verkäufer, Zeitungshändler, Paketdienstleister, Automechaniker und Laien-Seelsorger in einer Person ? Wie groß darf – MUSS (!) – eigentlich der Schlüsselanhänger für die Kundentoilette sein? Wo liegen die Schnittmengen zwischen Benzingeruch und dem Duft von Frittenöl, zwischen Profiltiefe am Reifen und drallen Kurven in Männermagazinen? Diese und andere Fragen gilt es nun mal endlich, hier und jetzt zu beantworten … und das ….

… garantiert bleifrei und mit eigener Waschanlage für Eure gebrauchten Klischees.

Tickets und Termin findet ihr hier … Drück druff…!

  • Viertens: Bretter die die Welt bedeuten.

Die Theaterbühne steht in Radeberg und heißt Radeberger Biertheater. Als 2002 dieses Theater gegründet wurde, bin ich zum Schauspiel gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Man hat mich gefragt und ich hab einfach mal  – JA – gesagt.

Auf der Theaterbühne fühle ich mich wohl, seit Jahren immer wieder als jemand anderes und immer wieder als der Böttcher erkennbar. Typisch Sachse, typisch Böttcher und typisch Urtyp.

Hier jetzt mal in umgekehrter chronologischer Reihenfolge mein Werken!

2019 „Neumann 2x klingeln“! Die Ära Malzau geht zu Ende und etwas völlig Neues kommt ins Biertheater. Und ich als Sven – der Nerd – mit dem in der Familie Neumann wohl keiner gerechnet hat.

2018 in „Malzau, deine Kursachsen“ spiele ich den Langzeit-Kurgast Ulli, den man zwölf Jahre lang in einer verlassenen Kuranlage vergessen hat. Wieder ein Orts-, Typen- und Themenwechsel. Mit langer grüner Plaste-Perücke und unzähligen Schweißperlen darunter.

Ebenfalls 2018 kam das Stück: „Gute Ex, schlechte Ex“. Diesmal spiele ich den  scheidungswilligen Steffen, der sich von seiner Frau wegen zwei Kästen Bier trennen will. Das Problem: Es war alkoholfreies Bier!

2018 und noch ein neues Stück „Schwipsbogen“, inzwischen schon Teil 3. „Kling Gläschen klingelingeling“, ein feuchtfröhliches Süffeln und Singen. Ich schlüpfe wieder in die Filzpantoffeln des Restleben-Genießers Herr Mrotzek aus dem Seniorenheim. Natürlich wieder als Elvis und natürlich wieder leicht verwirrt.

2016 ein Wagnis: Nur zu zweit, zusammen mit Peter Flache, gebe ich den „Laubenpieper“ Uwe Pawlowski und als dieser habe ich Grund zum Feiern: Nach 45 Jahren bin ich endlich bei Mutti aus und in meine eigene Gartenlaube eingezogen.

Von meinem Nachbarn trennen mich nur ein Gartenzaun und die Erkenntnis, dass bei ihm was wächst und bei mir nüscht. Herrliche Klamotte rund um Gemüse, Blumen und Erdöl.

2015 „Schwipsbogen Teil 2“: Ich, Herr Mrotzek lebt sein Restleben im Seniorenheim „Betreutes Denken“, hält sich für den nie gestorbenen Elvis und nervt die Mitbewohner mit seinen Interpretationen alter Songs. Ich kann nichts dagegen tun – ich lande musikalisch immer wieder bei den Hits von meiner persönlichen Lieblingskombo Smokie.

2012 kam der Auftakt der Weihnachtsserie: „Der Schwipsbogen“ Teil 1, der Komödie erster Teil aus der Feder von Holger „Blumi“ Blum.

Rüstige Senioren umgehen mit allerlei Tricks das strikte Alkoholverbot im Seniorenheim „betreutes Denken“. Der Schwipsbogen ist Zufluchtsort Nummer Eins.

2010 zeigte ich mich mit umwerfender Vokuhila-Frisur: Vorne kurz, hinten lang spielte ich den genervt-nervigen WG-Mitbewohner Peer. „Mannomann“ hieß das Stück.

Was tun, wenn aus einer Dreier-Männer-WG einer das Weite sucht, und die Verbliebenen die Miete nicht mehr aufbringen können?
Laut Statut dürfen keine Frauen einziehen. Das Problem, eine Frau ist die Einzige die sich meldet.

2009 gab ich den unterbezahlten, aber übermotivierten Securitiy-Mann Herr Rettig („Mein Name ist Herr Rettig. Geiseln? Rett´ich.“). Das Stück klingt so konfus, wie es ist: „Geld hoch, Hände her!“

2008 dann das Musical „Toi Toi Toi – die Bühne brennt“ von Andreas Schwarzer. Ich, der Herr Striese, fahrender Komödiant in historischem Gewand mit viel Aufwand und wunderschönen Liedern.

2003 kämpfte ich – vergebens – um eine Athletenfigur in „Schneller – Höher –  Breiter“. Da war das Radeberger Biertheater längst kein Geheimtipp mehr.

2002 als alles begann! „Der Wetterhahn“ war das allererste Stück was in Radeberg im Biertheater zur Aufführung kam. Schon im ersten Jahr konnten wir uns vor Besuchern kaum retten. Es war aber auch eine herrliche Komödie.

Auf diese Geschichte, um Malzau, die Backenthals, um Bier und die kleinen und großen Sorgen im Dorf fußten bis 2019 fast alle Stücke im Theater.

  • Fünftens: Ihr habt euch alle schon gefragt, oder? Was ist denn nun mit Radio?!

Angefangen habe ich bei Radio PSR im Frühsommer 1992, noch bevor der Sender anfing zu senden. Wochenlang trainierte die Startmannschaft im geheimen, bis am 1. Juli 1992 Punkt zwölf Uhr der Programmdirektor hochselbst als Erster bei Radio PSR zu hören war. Zwei Stunden später übernahm ich das Moderatorenpult. Ein halbes Jahr später wurde ich Moderator der Morningshow. Frühes Aufstehen, gute Laune für alle Morgenmuffel, das war mein Radioleben von da an fünfundzwanzig Jahre lang. Nach Radio PSR wechselte ich zu Antenne Sachsen, dem heutigen Hitradio RTL. Ab 2003 dann gab es den deutschlandweit ersten und bisher einzigen Sender, der die Namen der Morgenmoderatoren im Namen führte: „R.SA mit Böttcher und Fischer“ hieß der offizielle Sender-Claim. Insgesamt 25 Jahre Radio! Eine geile Zeit, aber irgendwann auch genug. Böttcher im Radio – Geschichte!

Und was gibt es noch zu sagen? Ja, klar.

Ich bin selbstverständlich im Netz unterwegs und das nicht nur mit eigener Website, sondern auch auf Facebook und bei Instagram. Einige Videos von mir sind auch bei Youtube zu sehen und nicht zu vergessen, mein Mini-Fanshop.

Wenn Ihr dann immer noch nicht genug habt, in der Morgenpost könnt Ihr jeden Freitag meine BÖlumne lesen.

Oder Ihr erwischt mich, wenn ich alter Schallplattenunterhalter irgendwo in Sachsen meinem Hobby fröhne und einfach mal wieder auflege …

Wikipedia/Thomas Böttcher